VirtuArtisten History   VirtuArtisten Logo
HOME | POD | LIVE | CONCEPT | HISTORY | VIRTUARTISTS | WEBLOG | SAMPLES | LINKS | IMPRESSUM
segment1 segment2 segment3 segment4
segment5 segment6 segment7 segment8
segment9 segment10 segment11 segment12
segment13 segment14 segment15 segment16
segment17 segment18 segment19 segment20
segment21 segment22 segment23 segment24
segment25 segment26 segment27 segment28

Graustufen der Wirklichkeit

Auf der Insel Jura war die Nacht am 23. August 1994 kühl, es wehte ein kalter Wind vom Meer her und die Bewohner des Dörfchens Ardfin blieben in dieser Nacht lieber in ihren Häusern. Am Morgen diesen Tages hatte eine private Sicherheitsfirma im Auftrag der K-Foundation 1 Millionen Pfund in bar aus dem Besitz der experimentellen Band THE KLF ... [mehr] zu einem verlassenen Bootshaus auf die Insel gebracht. In der Nacht waren Bill Drummond und Jimmy Cauty aka The KLF eine gute Stunde damit beschäftigt die Bündel an Pfundnoten in ein Feuer zu werfen und zu verbrennen. Ein Freund der beiden, Gimpo, filmte die Aktion. Der freiberufliche Journalist Jim Reid war als Zeuge anwesend, als eine Million Pfund sich in Rauch auflöste.
Einige Scheine entkamen dem Feuer und wurden ins Meer geschwemmt. Ein Teil der Asche wurde in einem Koffer deponiert. Der Ziegelhersteller James Matthews wurde von der K-Foundation, bestehend aus Bill Drummond und Jimmy Cauty, gebeten, aus dieser Asche Bausteine herzustellen. Der Grund dafür soll exakt 23 Jahre später, also im Jahr 2017 veröffentlicht werden.
Diese Performance brauchte nicht lange um eine moderne Legende zu werden, die das Nachdenken über Geld und dessen Verhältnis zur Kunst anregt.
Cauty und Drummond gingen anschließend mit dem Video auf Tour und zeigten es ohne Eintritt in kleinen Kulturzentren in ganz England. Für die Veranstaltung wurde mit ganzseitigen Anzeigen geworben und Drummond/Cauty hatten dabei Fragen formuliert: War es ein Verbrechen? War es eine Opfergabe? War es Wahnsinn? War es eine Investition? War es Rock'n Roll? War es eine Obszönität? War es Kunst? In den meisten Fällen zeigten die meisten Menschen Ablehnung hinsichtlich dieser Aktion. Einer jedoch meinte, es war "das lauteste und klügste Fuck Off aller Zeiten".

Nur, was hat diese Legende mit den VirtuArtisten zu tun?
Am 23. August 1994 entschloss ich mich, angesichts meiner damaligen dreißig Lebensjahre, ein Wagnis einzugehen und die überschaubare Welt der süddeutschen Provinz, die mich als Künstler nicht weiterbrachte, in Richtung Berlin zu verlassen. So scheint der 23. August 1994 in vielerlei Hinsicht ein besonderer Tag zu sein. Denn hätte ich damals gekniffen und meinen Arsch nicht hoch bekommen, ich könnte heute 2005 nichts über die Geschichte der VirtuArtisten berichten, denn dann gäbe es keine VirtuArtisten - niemals hätten sich zwei kreative Querdenker in ihrer maroden Prenzlauer Berg-Wohnung den Kopf darüber zerbrochen, ob es nicht für den Begriff "Künstler" einen alternativen, besseren und moderneren Namen geben könnte. Am Anfang war das Wort!
So auch in diesem Falle, zuerst war da das Wort VirtuArtisten, zusammengesetzt aus "virtuell" (der Möglichkeit nach bereits vorhanden) und "Artisten" (Geschicklichkeitskünstler), aber was konnte man damit anfangen?
Nun, zuerst ein Mal geheimnisvoll klingen und hernach einen Mythos initiieren. Aus dem Alternativwort für "Künstler" wurde schließlich im Laufe der Jahre auch unter Einbindung der damals im Entstehen begriffenen "neuen Medien" schließlich das Profil für den Kommunikationskünstler. Der Inhalt hatte sich der Form angepasst, sozusagen.
Übrigens ist die LUNGE ganz ähnlich entstanden! Die VirtuArtisten hatten im RAW-tempel Projekträume gemietet, um darin zu denken. Nur irgendwie waren die Räume dem kreativen Denken nicht wirklich zuträglich. Wir hatten die Räume, aber was konnten wir damit zusammen anfangen, wenn das Denken darin schon so schwer fiel. Es gab damals einen gemeinsamen Nenner: drei der damaligen VirtuArtisten waren/sind leidenschaftliche Schreiber. Und so gründete sich der Literatursaloon LUNGE, dem Jahre später die Kurzgeschichten-Taschenzeitschrift "get shorties" folgen sollte. Was lernt man daraus?
Nicht alles, was sich entwickeln kann, erfolgreich entwickeln kann, muss einem Plan oder einer Grundidee oder einem Konzept entsprungen sein. Ist die Zeit reif, kommt alles von alleine ins Rollen.

April 2005, Berlin-Friedrichshain, Andreas B. Vornehm

Sollte Ihnen die Realität in dieser Schilderung wie ein trockenes Brot vorkommen und unter der Berücksichtigung, dass Sie es gerne ein wenig bunter und fabuliergewaltiger mögen, derselbe Content aber als ... Prisma der Legende ... [mehr]

 


Ars Virtuae Curriculum


1995
Gründung der VirtuArtisten durch Stefan Strehler und Andreas B. Vornehm in Berlin-Prenzlauer Berg.

1999
Umzug in den RAW-tempel e.V. an der Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain und Renovierung der VirtuArtisten-Projekträume "Thinkspace" im Beamtenwohnhaus des RAW-tempel e.V. inklusive virtuartistischer Freskomalerei von Johanna Mendau + Andreas Vornehm.

2000
Performance "Die kleine Wahrheitskonferenz" im Ambulatorium des RAW-tempel e.V.

2001
Gründung des Literatursaloons LUNGE, Lesungen in den VirtuArtisten-Projekträumen "Thinkspace" im Beamtenwohnhaus im RAW-tempel e.V.

2002
Multimedia-Leseperformance "LebenLügenDämmern" im Ambulatorium des RAW-tempel e.V.
Erstes E-Book "Buch der VirtuArtisten: The VAC.01".

2003
Gründung der Kurzgeschichten-Taschenzeitschrift "get shorties" mit der Ludwigsburger Lesebühne Osterholzallee und dem Heile Welt 2000+X Verlag.

2004
Umzug des Literatursaloons LUNGE in die KÜSTE im SGL des RAW-tempel e.V.

2005
Umzug des Literatursaloons LUNGE in die Espressobar La Tazza D'Oro.
Zweites E-Book in Planung "Buch der VirtuArtisten: The VAC.02".
Gründung des AttentionDamoclesClub in Planung.

 



 

back | Impressum | Kontakt | © 2005 VirtuArtisten - Revaler Str. 99, 10245 Berlin-Friedrichshain